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Erstmals hat die Bundesregierung sich dazu verpflichtet, eine gemeinsame Jugendstrategie zu entwickeln und umzusetzen. Ziel der Jugendstrategie ist es, allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bestmögliche Chancen und Perspektiven für die Lebensphase Jugend zu bieten.

Schild Jugendstrategie

In Zusammenarbeit aller Bundesministerien soll ein Kabinettbeschluss erarbeitet werden, in dem sich die Bundesregierung zu ihrer Verantwortung für die Generation der 12- bis 27-Jährigen bekennt.

Eine solche ressortübergreifende Jugendstrategie wurde lange gefordert und ist ein Meilenstein der Jugendpolitik. Sie eröffnet die Chance, dem herkömmlichen Verwaltungsdenken in getrennten Zuständigkeiten ein Denken und Handeln in gemeinsamer Verantwortung hinzuzufügen. Da Maßnahmen und Entscheidungen in allen Politikfeldern Auswirkungen auf Jugendliche und junge Erwachsene haben können, wird die Jugendstrategie entlang verschiedener Themenfelder entwickelt, die den zentralen Interessen und Bedürfnissen junger Menschen entsprechen.

Die zentralen Handlungsfelder der Jugendstrategie

  •     Beteiligung, Engagement & Demokratie
  •     Zukunft, Generationendialog & Jugendbilder
  •     Vielfalt & Teilhabe
  •     Stadt & Land, Wohnen & Kultur
  •     Bildung & Arbeit, Freiräume
  •     Mobilität & Digitales
  •     Europa & die Welt
  •     Umwelt
  •     Gesundheit & Ernährung
  •     Sicherheit

Elemente der Jugendstrategie

  • Interministerielle Arbeitsgruppe: IMA-Jugend

Vertreterinnen und Vertreter aller Bundesministerien und Beauftragten der Bundesregierung kommen seit Oktober 2018 im Rahmen der IMA regelmäßig zusammen, um die gemeinsame Jugendstrategie zu entwickeln und anschließend in der Umsetzung zu begleiten. Die Federführung hat das Bundesjugendministerium.
Die Arbeit in der IMA basiert auf den Prinzipien „Jugend beteiligen – Jugend sichtbar machen – Gemeinsam Verantwortung“ übernehmen.  

Auf ein gemeinsames Ziel der Jugendstrategie haben sich die Ressorts bereits verständigt: „Wir wollen eine Gesellschaft, die die junge Generation an Entscheidungen beteiligt, die sie betreffen, und die allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bestmögliche Bedingungen bietet, um die Herausforderungen der Lebensphase Jugend zu meistern. Dazu gehören gute Chancen, umfassende Teilhabe-möglichkeiten und attraktive Perspektiven.
Alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen die jeweils notwendige Förderung und Unterstützung erhalten, die sie für ihre Entwicklung zu möglichst selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten brauchen. Die Bundesregierung denkt die Interessen und Bedürfnisse der jungen Generation verantwortungsvoll mit.“

In den Sitzungen der IMA-Jugend erarbeiten die Vertreterinnen und Vertreter der Ressorts nun ein Strategiepapier zu den Themenfeldern, die auch die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung zur Umsetzung der Jugendstrategie enthalten.

  • Beirat des BMFSFJ

Der Beirat des BMFSFJ unter dem Vorsitz der Parlamentarischen Staatssekretärin Caren Marks und dem Co-Vorsitz der AGJ-Vorsitzenden Prof. Karin Böllert dient der Einbindung von Zivilgesellschaft und jugendlichen Interessenvertretungen bei der Entwicklung und Umsetzung der Jugendstrategie. Beteiligt sind zahlreiche jugendpolitische Organisationen und Spitzenverbände. Sie haben die Aufgabe, das Bundesjugendministerium fachlich und strategisch zu beraten und eigene Impulse und Denkanstöße einzubringen, beispielsweise auch im Zusammenhang mit der EU-Jugendstrategie. Der Beirat kommt drei bis viermal jährlich zusammen. Zusätzlich werden im BMFSFJ referats- und abteilungsübergreifende Dienstberatungen durchgeführt, zu der grundsätzlich alle Organisationseinheiten eingeladen werden, die für die Wahrnehmung der Belange von Jugend relevant sind.

  • Jugendbeteiligung

Eine Jugendstrategie kann nur dann erfolgreich sein und nachhaltig wirken, wenn Jugendliche und junge Erwachsene selbst an der Entstehung der Inhalte beteiligt werden. Jugendliche sind Expertinnen und Experten in eigener Sache und können über ihre Bedürfnisse und Lebenslagen am besten Auskunft geben.  Bei der Entwicklung der Jugendstrategie sind verschiedene Beteiligungsformate vorgesehen:

Jugend-Audits
Die Jugend-Audits orientieren sich an den Themenfeldern der Jugendstrategie und bieten jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Perspektiven einzubringen und aktiv an der Ausgestaltung der Jugendstrategie mitzuwirken. Die Audits finden eintägig mit 20 bis 30 Jugendlichen und jungen Erwachsenen statt und werden bundesweit in verschiedenen Regionen durchgeführt. Die Ergebnisse aus den Audits werden anschließend in der Sitzung der IMA-Jugend präsentiert. Das erste Jugend-Audit fand am 30. März 2019 in Berlin zum Thema Vielfalt & Teilhabe statt. Auf der IMA-Sitzung am 11. April 2019 haben drei Jugendliche die Impulse aus dem Audit vorgestellt. Die IMA prüft, inwiefern diese unmittelbar in das Themenpapier einfließen können, und die Audit-Beteiligten werden über das Ergebnis informiert.

JugendPolitikTage
Gemeinsam mit der Jugendpresse Deutschland e. V. veranstaltet das BMFSFJ vom 10. bis 12. Mai 2019 die JugendPolitikTage. 450 Jugendliche aus ganz Deutschland kommen in Berlin zusammen, um eigene Positionen und Empfehlungen für die gemeinsame Jugendstrategie der Bundesregierung zu entwickeln. Darüber hinaus bieten die JugendPolitikTage die Gelegenheit, im direkten Austausch mit den Bundesministerien jugendpolitische Themen und mögliche Maßnahmen zu diskutieren (Infos unter: https://jugendpresse.de/jugendpolitiktage/jugendpolitiktage-2019/).  

Online-Beteiligungsformate
Zu unterschiedlichen Zeitpunkten sollen Jugendliche und junge Erwachsene mithilfe von Online-Beteiligungstools in breite Abstimmungsprozesse eingebunden werden.

  • Weitere Bausteine der Jugendstrategie

Auch werden weitere Maßnahmen und Projekte im Rahmen der Jugendstrategie durchgeführt, darunter das Kompetenzzentrum Jugend-Check und die Arbeitsstelle Eigenständige Jugendpolitik. Eine Zusammenfassung zu den Aktivitäten im Rahmen der gemeinsamen Jugendstrategie ist hier einsehbar.